{"id":347,"date":"2009-09-11T22:00:10","date_gmt":"2009-09-11T21:00:10","guid":{"rendered":"http:\/\/www.faszination-klettersteig.de\/wordpress\/?p=347"},"modified":"2013-10-13T07:59:08","modified_gmt":"2013-10-13T06:59:08","slug":"mauerlaeufersteig-am-11-09-2009","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.faszination-klettersteig.de\/wordpress\/2009\/09\/11\/mauerlaeufersteig-am-11-09-2009\/","title":{"rendered":"\u00bbAlpspitz-Triathlon\u00ab ~ Mauerl\u00e4ufersteig am 11.09.2009"},"content":{"rendered":"<p>Die Idee zu dieser Tour stammte eigentlich von Hannes, sie konnte aber wegen der Bayerischen MTB Meisterschaft im Up-Hill am letzten Wochenende nicht umgesetzt werden. Da mir langweilg war nahm ich sie gestern als Solo-Tour in Angriff.<\/p>\n<p><strong>Tourenverlauf:<\/strong><br \/>\n[<span style=\"text-decoration: underline;\">Bike<\/span>]<br \/>\nKreuzeck-Talstation (770m) \u2013 Tonih\u00fctte (1.100m) \u2013 Kreuzalm (1.580m) \u2013 Hochalm (1.705m) >> Bike-Depot<\/p>\n<p>[<span style=\"text-decoration: underline;\">Hike<\/span>]<br \/>\nHochalm \u2013 Mauerl\u00e4ufersteig [<strong>E<\/strong>] \u2013 Bernadeinkopf (2.143m) \u2013 Oberkar \u2013 Alpspitze Ostgrat \u2013 Alpspitze (2.620m) \u2013 Alpspitz-Ferrata [<strong>B<\/strong>] \u2013 Osterfelderkopf (2.050m) \u2013 Hochalm<\/p>\n<p><strong>Tourenbericht:<\/strong><br \/>\nOffensichtlich hatte es die ganze Nacht \u00fcber geregnet. Alles war nass und es hatte 12\u00b0C bei dichtem Nebel. Ich startete mit dem MTB bei der Talstation der <a href=\"http:\/\/www.zugspitze.de\/kreuzeckbahn\/index.php\">Kreuzeckbahn<\/a>. Zum Warmfahren bleibt einem hier nicht viel Strecke. Wer den Moser Bike Guide Nr. 2 (Karwendel\/Wetterstein) zuhause hat, kann sich das H\u00f6henprofil von Tour 36 (Garmisch \u2013 Osterfelder Station) einmal anschauen. Nach gut einem Kilometer geht es gleich richtig zur Sache. Auf gut 3 Kilometer geht es kontinuierlich mit 15 bis 20 Prozent Steigung dahin \u2026 erst im Bereich der Tonih\u00fctte wird es wieder etwas entspannter.<\/p>\n<p>Wenn man den Weg auf der Karte so anschaut, m\u00f6chte man meinen, dass man einfach nur der Stra\u00dfe bis zum Ziel folgen muss, dem ist aber nicht so. Die gut ausgebaute Infrastruktur (Forststra\u00dfen, Wanderwege, Skipisten etc.) sowie die momentanen Baustellen-Umleitungen entlang der Kandahar-Abfahrt sorgen im Nebel f\u00fcr totale Verwirrung. An jeder Abzweigung stehen Umleitungsschilder, von denen man teilweise nicht ablesen kann ob die nur f\u00fcr Fu\u00dfg\u00e4nger oder f\u00fcr alle gelten. Jedenfalls fuhr ich auf ca. 1.400m pl\u00f6tzlich auf einem Umleitungsweg f\u00fcr Fu\u00dfg\u00e4nger, der immer steiler wurde. Die m\u00fchsam erk\u00e4mpften H\u00f6henmeter wollte ich nicht wieder herschenken, also war doch Schieben angesagt. 100 Hm \u00fcber eine Skipiste nach oben \u2026 erstaunlich wie schwer da ein Fahrrad werden kann \u2026 selbst beim Schieben.<\/p>\n<p>Der n\u00e4chste Querweg war dann wieder einigerma\u00dfen befahrbar \u2026 und f\u00fchrte mich direkt zur Kreuzalm. Der kurze Aufschwung (bis 20%) Richtung Kreuzeckhaus saugte mir die letzten Reserven aus den Oberschenkeln. Obwohl es mittlerweile nur noch regnerische 8\u00b0C hatte, war meine Regenkleidung mehr von innen als von au\u00dfen nass. Von vornherein hatte ich das Bike-Depot an der Hochalm geplant \u2026 die Oberschenkel best\u00e4tigten mich vor Ort in meiner Entscheidung.<\/p>\n<p>Eigentlich hatte ich mich jetzt auf eine kurze Pause im Warmen bei einer Tasse Kaffee gefreut \u2026 aber das Schild \u201eHeute Ruhetag\u201c war nicht zu \u00fcbersehen.<\/p>\n<p>Nach dem Genu\u00df eines Powerriegels schl\u00fcpfte ich schnell in trockene Sachen und machte mich zu Fu\u00df weiter. Mittlerweile lichtete sich der Nebel etwas und nur noch gelegentlich fielen einige Regentropfen vom Himmel. Der Zustieg zu den Bernadeinw\u00e4nden war schnell erledigt. Nun stand ich da \u2026 am Einstieg des \u00bbMauerl\u00e4ufersteigs\u00ab.<\/p>\n<p>Mehrfach wurde schon aus dem Artikel von <a href=\"http:\/\/www.alpin.de\/news\/news\/0d91ec79-dec3-4f91-9cb1-e06029426253\">alpin.de<\/a> zitiert:<\/p>\n<blockquote><p>[\u2026] einer der schwierigsten Sportklettersteige der n\u00f6rdlichen Alpen [\u2026] die vielen fast \u00fcberh\u00e4ngend, ausgesetzten Passagen in Kombination mit den wenigen Trittstufen d\u00fcrften auch routinierten Klettersteig-Gehern den kalten Schwei\u00df ins Gesicht treiben [\u2026]<\/p><\/blockquote>\n<p>Allein der Anblick dieser senkrechten Wand d\u00fcrfte jeden \u201eGelegenheitsgeher\u201c bereits abschrecken. Am Einstieg zeigt es sich dann, wer zum Steig \u00fcberhaupt \u201ezugelassen\u201c wird. Die ersten 4 Meter geht es eine glatte, trittarme Wand bis zum ersten Trittb\u00fcgel hoch. Einzig das straff gespannte Stahlseil dient als Aufstiegshilfe. Wer hier auch nur den Gedanken aufkommen l\u00e4sst, dass er den Durchstieg vielleicht doch nicht packen k\u00f6nnte, der sollte am besten auch gleich wieder aussteigen \u2026 das Niveau bleibt so hoch!!!<\/p>\n<p>Der offiziell angegebene Schwierigkeitsgrad ist mit \u201e<strong>D<\/strong>\u201c absolut unterbewertet. Die Jungs von <a href=\"http:\/\/www.bergsteigen.at\/de\/touren.aspx?ID=2043\">bergsteigen.at<\/a> liegen mit <strong>\u201eD\/E<\/strong>\u201c schon etwas n\u00e4her an der Wirklichkeit. Dem Bericht von \u201eBirgitza\u201c auf <a href=\"http:\/\/www.gipfeltreffen.at\/showthread.php?t=39452\">gipfeltreffen.at<\/a> kann ich mich eigentlich kommentarlos anschlie\u00dfen. Nach meiner Meinung geh\u00f6rt der Steig mit einem <strong>dicken E<\/strong> bewertet.<\/p>\n<p>Ich bin wirklich schon viele Klettersteige gegangen \u2013 auch schon einige mit E-Stellen, die auch immer Spa\u00df gemacht haben. Selbst den \u201e<a href=\"http:\/\/www.bergsteigen.at\/pic\/pdf\/1477_Topo_5ef9c6a6-9dc5-4d92-9243-f46299f3bf1c_skywalk_klettersteig.pdf\">Sky-Walk-Klettersteig<\/a>\u201c am Dachstein fand ich da noch recht gut zu \u201egehen\u201c. Beim \u00bbMauerl\u00e4ufersteig\u00ab kam es mir so vor, als w\u00fcrde ich die Schl\u00fcsselstellen s\u00e4mtlicher schwieriger Klettersteige, die ich bislang gemacht habe, aneinandergereiht durchsteigen. Man merkt richtig, wie bei jedem Zug die Kraft in den Oberarmen nachl\u00e4sst. Nach 50 Hm bereits der erste ungl\u00e4ubige Blick auf den H\u00f6henmesser \u2026 noch 200 Hm !!!<\/p>\n<p>Diesen Steig sollte wirklich nur jemand gehen, der bereits ein paar schwere D- bzw. E-Klettersteige gemacht hat, und sich dabei wirklich wohl gef\u00fchlt hat. Es gibt keinen Notausstieg und Rastpl\u00e4tze sind so gut wie nicht vorhanden. Falls sich doch mal ein \u201eschw\u00e4cherer\u201c Geher dazu \u00fcberwindet, weiter zu gehen, als er im Stande ist, macht er das Leben nicht nur sich, sondern auch allen anderen im Steig Nachfolgenden schwer. Ein \u201esicheres \u00dcberholen\u201c ist m. E. nur an zwei Stellen m\u00f6glich \u2026 bei einem Stau sind alle Nachfolgenden gezwungen, sich einen vern\u00fcnftigen Standplatz zu suchen. Wer keinen findet bzw. keine Standschlinge dabei hat, um sich wartenderweise ins Seil  h\u00e4ngen zu k\u00f6nnen, der verbraucht unn\u00f6tig viel Energie\/Armkraft, was wiederum einen sicheren Durchstieg gef\u00e4hrdet.<\/p>\n<p>Der gr\u00f6\u00dfte Witz ist dann noch die gro\u00dfe Seilbr\u00fccke zum Schluss. Man ist froh, dass es endlich etwas flacher wird, und dann soll man sich sinnlos (kaum 5 Meter \u00fcber normalem Gehgel\u00e4nde) \u00fcber so ein wackliges Teil hangeln. Selbst die Umgehung ist voll f\u00fcrn A\u2026 \u2013 zu Beginn der Seilbr\u00fccke einfach nach links aus dem Steig raus (roter Punkt) und in 2 Minuten \u00fcber einen gestuften Wiesenhang zum Gipfelkreuz \u2013 deine Oberarme danken es dir.<\/p>\n<p>Der \u00bbPidinger\u00ab \u2013 der zwar von der Bewertung her leichter, aber daf\u00fcr gut 3x l\u00e4nger ist und bislang als rassigster alpiner Klettersteig Deutschland galt \u2013 ist gegen diesen Steig doch eher was zum Entspannen.<\/p>\n<p>Nach viel Gerede \u2026 stehe ich nun bei null Sicht und leichtem Nieselregen am Gipfel des Bernadeinkopf (2.143m). Ziemlich ungem\u00fctlich \u2013 also nur kurz das \u201eKlettersteigzeugs\u201c weggepackt und einen Powerriegel reingeschoben. Weiter geht\u2019s. Auf dem Weg ins Oberkar f\u00e4llt mir noch ein, dass es weder Wandbuch noch Gipfelbuch gab \u2026 na ja, die H\u00e4nde und Arme w\u00e4ren sowieso noch zu zittrig gewesen, um etwas zu schreiben.<\/p>\n<p>Im Oberkar war dann wegen des Nebels anfangs die Orientierung etwas schwierig. Hier treffen mehrere Wege aufeinander und alle sind irgendwie mit Punkten, Strichen bzw. Stoamandl markiert. Trampelpfade gab es genug, aber welcher ist der richtige. Nach kurzer Zeit tauchte dann doch noch ein Wegweiser in der \u201eSuppe\u201c auf. Ich folge der Richtung \u201eAlpspitz Ostgrat\u201c \u2026 zun\u00e4chst mit kleinen roten Punkten, sp\u00e4ter mit roten Strichen markiert \u2026 dann eigentlich immer den h\u00f6chsten Stellen eines Kammes folgend bis zum Gipfel der Alpspitze. Schade, das ich nichts von der wohl tollen Aussicht hier oben genie\u00dfen konnte.<\/p>\n<p>Nach einer kleinen und einsamen Gipfelbrotzeit folgte der Abstieg \u00fcber die \u00bbAlpspitz-Ferrata\u00ab. Trotz des bescheidenen Wetters kamen mir hier insgesamt gut ein Dutzend Leute entgegen, was wohl aber auch nur ein Bruchteil von dem ist, was hier sonst so heraufpilgert.<\/p>\n<p>Da die Hochalm ja geschlossen hatte, gab es dann au\u00dferplanm\u00e4\u00dfig noch einen Milchkaffee im Restaurant der Bergbahn am Osterfelderkopf \u2026 sehr ungem\u00fctlich, aber drau\u00dfen war es aufgrund eines st\u00e4rkeren Regenschauers noch ungem\u00fctlicher.<\/p>\n<p>Nach etwa einer halben Stunde konnte man sich wieder raus trauen. Der Abstieg hinunter zur Hochalm f\u00fchrte \u00fcber einen recht sch\u00f6n angelegten Bergsteig (Geolehrpfad Kreuzeck-Osterfelder) mit mehreren Infotafeln zu Gestein, Landschaftsformen und Vegetation. F\u00fcr soetwas hatte ich aber keine Zeit, mein MTB wartete schon auf mich.<\/p>\n<p>Sattel ganz nach unten gestellt, die warmen Klamotten und Handschuhe angezogen und los ging\u2019s.<\/p>\n<p>Bei etwas mehr Sicht als am Morgen konnte ja fast nichts mehr schief gehen. Tipp: Im Bereich der Kreuzalm unbedingt auf Schotterrinnen im Boden und auf Weidevieh achten. An der Kandahar-Abfahrt habe ich mich dann wieder kurzzeitig zweimal verfahren. Beide \u201eVerhauer\u201c mit etwas Gegenanstieg verbunden, dann aber nonstop bis zum Parkplatz durchgeflogen. Ausgeschaut habe ich wie eine Wildsau \u2026 der Dreck ist mir von der Nase und den Ohren getropft \u2026 aber sch\u00f6n war\u2019s.<\/p>\n<p>[<span style=\"text-decoration: underline;\">Bike<\/span>]<br \/>\n\u2191 ca. 1000 Hm \u201aup\u2018 und 100 Hm \u201adown\u2018 auf 12,8 km<br \/>\n\u2193 ca. 1050 Hm \u201adown\u2018 und 150 Hm \u201aup\u2018 auf 13,7 km (wegen zwei \u201eVerhauern\u201c)<\/p>\n<p>[<span style=\"text-decoration: underline;\">Hike<\/span>]<br \/>\nca. 950 Hm auf knapp 6 km<\/p>\n<p>Tom<\/p>\n<div id=\"wp_fb_like_button\" style=\"margin:5px 5px 5px 0;float:left;height:100px;\"><script src=\"http:\/\/connect.facebook.net\/en_US\/all.js#xfbml=1\"><\/script><fb:like href=\"http:\/\/www.faszination-klettersteig.de\/wordpress\/2009\/09\/11\/mauerlaeufersteig-am-11-09-2009\/\" send=\"false\" layout=\"button_count\" width=\"400\" show_faces=\"true\" font=\"arial\" action=\"like\" colorscheme=\"dark\"><\/fb:like><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Idee zu dieser Tour stammte eigentlich von Hannes, sie konnte aber wegen der Bayerischen MTB Meisterschaft im Up-Hill am letzten Wochenende nicht umgesetzt werden. 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